Grußbotschaft von der Landesanstalt für Großschutzgebiete

Stafettenritt

Eberswalde, 30.01.2003

30 Jahre VFD
- Grußbotschaft -

Liebe Reiterinnen und Reiter im VFD !

Zum dreißigjährigen Bestehen Ihres Verbandes wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute, viele engagierte ehrenamtliche Mitstreiter und Mitstreiterinnen und Ihren Aktiven weiterhin viel Kraft und Erfolg!

Als Direktor der brandenburgischen Großschutzgebietsverwaltungen habe ich den VFD als nachhaltig wirkende Interessenvertretung mit Augenmaß für einen naturverträglichen Reitsport und die Erholung zu Pferd schätzen gelernt.

Erst vom engagierten und beharrlichen Streiten Ihrer Mitglieder sind die notwendigen Impulse ausgegangen, den lange Zeit nur papierenen Anspruch des Landes Brandenburg, „Pferdeland" sein zu wollen, auch mit Leben zu erfüllen.

Die Voraussetzungen im Land Brandenburg für eine Entwicklung zum reiterfreundlichen Pferdeland sind in vielerlei Hinsicht günstig. Brandenburg gehört mit einer Fläche von 29.479 qkm und 2,55 Mio. Einwohnern und 87 Einwohnern/qkm zu den dünnbesiedelten Regionen in Deutschland. Das Bundesland wurde vor allem durch die Land- und Forstwirtschaft geprägt. So verfügt dass waldreiche Brandenburg zugleich über den höchsten Waldanteil pro Kopf der Bevölkerung.

Die einzigartige Naturausstattung mit abwechslungsreichen Landschaften, geprägt durch tausend Seen, endlose Wiesen und Felder mit sanften Hügeln, führten zur Ausweisung von 15 Großschutzgebieten im Land. Insgesamt wurde 30 % der Landesfläche als Naturpark, Biosphärenreservat oder Nationalpark festgesetzt.

Diese Großschutzgebiete sind Modellregionen für eine nachhaltige und umweltverträgliche Regionalentwicklung. Sie zeichnen sich gleichermaßen durch Schutz von Landschaft und Natur, durch umweltschonende Landnutzungsformen und naturverträglichen Tourismus aus.

Viele Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung in Brandenburg standen noch vor wenigen Jahren dem Reiten als einer Form des nachhaltigen Tourismus und der Erholungsnutzung eher skeptisch gegenüber.

Die gesetzlichen Grundlagen zum Reiten im Wald und in der freien Landschaft wurden dabei in der Gründungsphase des Landes Brandenburg nach 1990 zunächst sehr restriktiv gestaltet.

Auch und gerade durch das Wirken Ihres Verbandes, durch das Sammeln tausender Unterschriften, das kontinuierliche Vorsprechen Ihrer Vertreter bei den politischen Entscheidungsträgern wurde dieses Hindernis für die reitsportliche Entwicklung in Brandenburg erkannt.

Inzwischen ist die Diskussion vorangeschritten; nicht mehr die Frage des „Ob", sondern des „Wie" einer Gesetzesveränderung bestimmt die aktuelle Situation. Klar vorgezeichnet sind nunmehr Veränderungen im Brandenburgischen Naturschutzgesetz und im Landeswaldgesetz, zu deren genauer Ausformulierung die Diskussionen mit Ihren Vertretern wesentlich beigetragen haben.

Beispielhaft entwickeln wir seit 2002 auch gemeinsam mit dem VFD-Landesverband den Reittourismus zu einem Markenzeichen der Brandenburger Großschutzgebiete.

So haben wir im vergangenen Jahr in vier Modellregionen Projekte zur Förderung der Erholung mit dem Pferd gestartet. Zum Auftakt fand eine gemeinsame Fachexkursion von Vertretern der brandenburgischen Reitsportverbände, Pferdehofbetreibern, Forstbediensteten und Mitarbeitern in Großschutzgebietsverwaltungen in die Eifel statt. Der Erfahrungsaustausch mit den Verantwortlichen des Projektes „Eifel zu Pferd" gab zugleich Anreize, die scheinbaren Gegensätze von Naturschützern, Förstern und Reitern im persönlichen Gespräch abzubauen und gemeinsame Projekte in Brandenburg anzugehen.

Eine enge Zusammenarbeit wurde besonders mit dem Landesverband der VFD praktiziert. Vorbereitung und Durchführung eines 1. Brandenburger Naturparke-Rittes durch die nördlichen Großschutzgebiete von Brodowin nach Rheinsberg im Jahr 2002 war nicht immer einfach, aber wo ein Wille war, fand sich auch ein passender Reitweg. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg und soll im nächsten Jahr mit einem 2. Naturparke-Ritt im westlichen Brandenburg seine Fortsetzung finden.

Im Herbst gelang es uns dann mit aktiven Mitgliedern des VFD einen Testritt auf unserem ersten erfolgreichen Modellreitweg durch den Naturpark Hoher Fläming durchzuführen. Prädikat nach 60 von 116 Kilometern: Besonders empfehlenswert!

Eine neue Faltblattreihe „Unterwegs zu Pferd" wurde kreiert, in der diese Wanderreitroute im Naturpark Hoher Fläming und die beteiligten Pferdehöfe portraitiert sind. Weitere Faltblätter mit Wanderroutenempfehlungen und Angeboten zum Reiten von Hof zu Hof in allen Gebieten werden folgen. Neu erarbeitet wurde auch eine Darstellung von Kremserangeboten im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft.

In diesem Jahr stehen neben dem Wanderritt des VFD durch den Naturpark Hoher Fläming zahlreiche reittouristische Attraktionen auf unserem Programm. Im Rahmen einer landesweit vertriebenen Broschüre „Lust auf Natur" werden dabei spezieil für Freizeit- und Wanderreiter mehrere Angebote zusammengestellt und beworben werden.

Die Verwaltungen der Großschutzgebiete in Brandenburg haben erkannt, dass Reiten eine naturnahe Erholungsform sein kann, die vielen Menschen ein neues Verhältnis zur Natur ermöglicht. Wir werden gemeinsam mit Ihnen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Natur- und Kulturdenkmäler in den Schutzgebieten auch mit dem Pferd aufgesucht werden können.

Liebe Pferdefreunde im VFD,

mit Ihrer bisherigen Arbeit haben Sie viel erreicht. Sie haben eine Lobby für die Freizeit- und Wanderreiter geschaffen. Die durch den VFD organisierte Unterschriftenaktion war der erste Schritt zu einer umfassenden Liberalisierung des Reitrechtes in Brandenburg.

Für Ihr Jubiläum wünsche ich Ihnen weiterhin viel Freude bei Ihrer schönen Freizeitbeschäftigung und hoffe, dass Sie möglichst alle in den nächsten Jahren Zeit und Muße finden, die brandenburgischen Landschaften zu durchreiten oder mit dem Gespann zu durchfahren.

Fühlen Sie sich willkommen!

Axel Vogel

Publiziert am: Freitag, 28. November 2003 (2894 mal gelesen)
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